Aus dem Leben der Menschheit

Pavol Weiss

Aus dem Leben der Menschheit

Schauspiel

Episoden, die in naher Zukunft spielen.

Neues Gebäude, Studio
5. 11. 2016 6. 11. 2016

Die Hauptfiguren des originellen slowakischen Stücks sind zwei junge Männer, die einander anfänglich sehr ähnlich sind – beide rebellieren gegen die gesellschaftliche Realität. Der eine besprüht Wände mit „Weg mit dem Kapitalismus!“, der andere schlägt Fensterscheiben von Luxuswagen mit einer Eisenstange ein. Einer entwickelt sich im Stückverlauf zum Neonazi, der andere, linke Intellektuelle, im Grunde zum herzlosen Geldjäger. Die jungen Männer verbindet eine Frau. Monika, wunderschön und rein, oder eher sich nach Reinheit in der schmutzigen Welt sehnend, die nicht nur auf dem zu harten Boden der Realität aufprallt und von beiden Männern enttäuscht wird, sondern auch schrittweise alle ihre Ideale verliert. Ins Spiel kommen auch die Eltern, die Generation, die „für das alles verantwortlich ist“ und ihr Bild ist nicht gerade schmeichelhaft. Lieblose Ehen, Sex für Geld, Alkoholismus, Verzweiflung der Armen, genauso wie der Reichen, Gefühllosigkeit unter Eltern und Kindern, zur gleichen Zeit jedoch quälerische Sehnsucht nach einem Sinn. Der Untertitel besagt, dass die Episoden in naher Zukunft spielen. Es handelt sich daher um eine Dystopie, eine Art Antiutopie, eine Fiktion des Autors, obgleich es bereits heute klar ist, dass die geschilderten Geschehnisse leider keine Sache der Zukunft sind, die man eventuell noch ändern könnte. Das soziale Gefälle zwischen den Gesellschaftsschichten wächst tatsächlich bedrohlich an, die Grenzen zwischen ihnen werden immer dichter, die Gefahr von Radikalisierung und Extremismus wird immer realer. Logischerweise fordert eine derartige gesellschaftliche Entwicklung ihre Opfer. Dystopie ist ein Genre, bei dem der Autor im Widerspruch zu seinem eigenen Wertesystem schreibt. Er entwirft das Bild einer Welt, von der er überzeugt ist, dass sie anders aussehen und funktionieren sollte.

Dystopien werden geschrieben, um die Gesellschaft zu warnen. Die Produktion ist ein Teil des Projekts, in dessen Rahmen renommierte ausländische Regisseure eingeladen werden, ein neues slowakisches Stück zu inszenieren. Die Regie von Aus dem Leben der Menschheit wird der bosnische Regisseur Dino Mustafić führen.

Vorstellungsdauer: 3 Std. mit einer Pause

 

Inszenierungsteam

Inszenierung Dino Mustafić
Dramaturgie Peter Kováč
Bühnenbild Dragutin Broz
Kostüme Marija Havran
Choreographie Stanislava Vlčeková

Besetzung

Andrej (25-jährig) Richard Autner
Monika (18-jährig) Monika Potokárová
Fischer, Unternehmer (50-jährig) Richard Stanke
Viera, Fischers Ehefrau (44-jährig) Diana Mórová
Mutter, Monikas Mutter (um die 40) Jana Oľhová
Dodo (19-jährig) Matej Marušin (als Gast)
Lajo, Róm (ungefähr 55-60 jährig) Branislav Bystriansky
MUDr. Milly, Ondros Vater (55-jährig) Štefan Bučko Ľubomír Paulovič
Agáta (35-jährig) Danka Svetlíková (Student der VŠMU)
Soldaten, Demonstranten, Polizisten, Bürger Tomáš Stopa (als Gast) Adam Jančina (als Gast) Tomáš Magát (als Gast) Šimon Kopunec (als Gast) Jakub Kuka (Student der VŠMU)
Spielerin aus elektronisches Violoncello Magdaléna Izakovičová (als Gast)