Marienspiele

Marienspiele

Oper

Cyklus štyroch opier

Historisches Gebäude
9. 10. 2009

Die Wiederherstellung zerrissener Verknüpfungen zu  früheren historischen Epochen, die Wiederbelebung gedanklicher oder ästhetischer Vermächtnisse, das Interesse an verschiedenen Traditionsschichten und das Bemühen um ihre Neuaufwertung – auch so war  die klassische musikalische Moderne des 20. Jahrhunderts. Nach den wilden Jugendjahren dokumentiert diesen Trend auch das reife Schaffen des größten tschechischen Komponisten seiner Zeit – Bohuslav Martinů. Sein musikalisch-dramatisches Werk Marienspiele ruft das Erbe der Vergangenheit auf mehreren Ebenen auf: gedanklich und philosophisch lehnt es sich an die christliche Tradition, musikalisch spiegelt es die Bewunderung für Volkswurzeln wider und eine Neigung zum traditionellen harmonischen Denken; es belebt das Vermächtnis der geistlichen Spiele und Mirakeln. Marienspiele sind vier kurze musikalische Geschichten: eine alttestamentarische biblische Parabel, eine biblische Geschichte über die Geburt Christi und zwei mittelalterliche Legenden. Jede von ihnen huldigt auf irgendeine Weise das Bildnis der Mutter Gottes und der darauffolgende Bogen ist eine suggestive Apotheose der geistigen Stärke und Schönheit, die die Versuchung und das Böse besiegen.

 

Das Werk wird zum 50. Todestag des Komponisten  in einer Konzertversion aufgeführt.