Die Inszenierung Sigma Werther in der einzigartigen Regie-Poetik des künstlerischen Duos ODIVO, das für sein Werk für Jugendliche mit Preisen im Inn- und Ausland ausgezeichnet wird, präsentiert eine zeitgenössische Betrachtung der bekannten Geschichte über Empfindsamkeit, Sehnsucht nach Nähe und innerer Einsamkeit. Die Inspiration dazu bietet Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther. Die Hauptfigur Werther, ein empfindlicher junger Mensch, spricht die Sprache der Generation Z. Er ist ein Sigma, er verlässt das laute Stadtumfeld und geht in die Natur, wo er versucht die Schönheit der Laute einzufangen und durch sie sein eigenes Wahrnehmen zu verstehen. Diese Einsamkeit kann sich jedoch in etwas Ernstes gar Extremes verwandeln. Teil der Geschichte ist auch Lotta, die von drei Schauspielerinnen verkörpert wird. Das Innenleben sowie die wechselhaften Emotionen der Figuren eröffnen Themen, die Teenager ansprechen: der Bedarf an Verständnis, Verletzlichkeit oder unerwiderte Zuneigung. Gerade die Einsamkeit als Phänomen des Erwachsenwerdens wird hier von verschiedenen Winkeln aus betrachtet – nicht allein durch Beziehungen, sondern auch durch die Entfremdung von der Welt um einen herum.
Die Laute des Waldes werden in der Inszenierung zum Ausdrucksmittel, das nicht allein die Schönheit der Natur sondern auch ihre Bedrohung zum Ausdruck bringt. Der Umweltaspekt verbindet sich mit dem persönlichen Aspekt: das Gefühl des Verlustes, unzureichende Stille, zerstörtes Gleichgewicht. Sigma Werther schafft Raum für Ruhe und Nachdenken – nicht durchs Moralisieren, sondern durch Sinnbilder, Laute der Natur und die authentische Stimme von Teenagern. Sie zeigt den jungen Zuschauern, dass auch uneindeutige und gegensätzliche Emotionen in Ordnung sind. Es geht nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern darum, was alles sich hinter dem Schweigen, den Blicken und der Sehnsucht irgendwo dazuzugehören verbirgt. In einer Zeit, in der die Welt von Anregungen übersättigt ist, bietet Sigma Werther einen Moment der Stille und möglicherweise auch eine neue Art sich und den anderen zuzuhören.
Die Vorstellungsdauer wird nur geschätzt, da die Generalprobe noch nicht stattgefunden hat.
Premiere am 28. März, 2026
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