Als Dokumentar- und Theaterfotograf fand Robert Tappert eine Überschneidung beider Schwerpunkte in seinem langjährigen Projekt, der das Theater dokumentiert. Die Entstehung dieser Fotografien ist mit konkreten Theaterinszenierungen verbunden, ihr Umfeld ist jedoch nicht die Bühne, sondern die Hinterbühne, der Raum hinter den Kulissen oder der Außenraum. Tappert sucht für seine künstlerisch-dokumentarische Porträts eine neue Ausdruckssprache. Es sind keine romantisierende Bilder vom Raum hinter den Kulissen, sie halten nicht die Anspannung des Schauspielers kurz bevor er die Bühne betritt fest. Die Objekte auf den Fotografien existieren isoliert von der Theatervorstellung, sind zugleich jedoch stark mit ihr verbunden. Tappert fängt die Schauspieler und Schauspielerinnen in dem delikaten Moment zwischen ihnen und der Figur ein, in einem nicht eindeutig definierbaren Moment. Er ist an dem Augenblickt der Einverleibung der Figur in den Schauspieler und umgekehrt interessiert wobei gerade das Kostüm ein starker Partner dieser Komposition ist. Charakteristisch für seine Fotografien ist ein visueller Dadaismus, die Ergebenheit und Verletzlichkeit des fotografierten Objekts als geradlinige Emotion, deren Schichten jeder Betrachter für sich entdeckt.
Robert Tappert (1983) studierte an der Hochschule für Musische Künste in Bratislava und an der Theaterfakultät der Musischen Künste in Prag. Er wurde mit mehreren prestigevollen Preisen ausgezeichnet (PX3 Paris Photo Prize, The Andrei Stenin International Photo Contest, Slovak Press Photo, Czech Press Photo). Er gewann dreimal die Biennale der Theaterfotografie, die vom Theaterinstitut veranstaltet wird. Als Theaterfotograf arbeitet er mit Theatern in der Slowakei sowie im Ausland zusammen.
© Die Ausstellung wurde von Theaterinstitut in Zusammenarbeit mit dem Slowakischen Nationaltheater vorbereitet, 2005.
Die Vernissage findet am 19. 11. 2025 um 17.00 Uhr statt