Am Katzenmoor
Marina Carr
Am Katzenmoor
Vorstellungsplan
Eines Tages trifft die vierzigjährige Hester Swane einen Geist, der die Toten ins Jenseits begleitet. Der Geist ist etwas durcheinander – er verwechselt das Morgengrauen mit der Dämmerung und kommt zu früh. Wie sich zeigt, die Person, die er in ein paar Stunden ins Jenseits begleiten soll, ist Hester. Die irische Dramatikerin Marina Carr hat die antike Geschichte der Medea in die heutige Umgebung der Landschaft in Irland versetzt. Hester kämpft um einen jüngeren Mann, der sie wegen einer wesentlich jüngeren und reicheren Braut verlassen hat. Sie kämpft um ihr altes Leben, um ihr Haus, um ihre siebenjährige Tochter Josie; sie kämpft so wie wir alle gegen ihr tragisches Schicksal. Marina Carr hat in diesem Schauspiel bis aufs Äußerste die menschlichen Triebe und Leidenschaften enthüllt – Liebe, Hass, das Gefühl des Verrats und den Wunsch nach Vergeltung. Die Geschichte der altertümlichen Königsfamilie versetzte sie in das Umfeld von irischen Bauern und Neureichen, ein Umfeld das auch uns bekannt vorkommt. Dank dem gelang es ihr die antike Tragödie näher an die Tragikomödie zu verschieben. Die Welt, in der sich die harte Realität auf dem Land mit Sagen und Legenden vermischt, besiedelte sie mit geheimnisvollen und poetischen Figuren von Geistern und wilden Katzenfrauen, Figuren von harten gar rohen Bauern und komischen Figuren aus der örtlichen Gemeinde, unter denen der uralte Herr Pfarrer die Hauptrolle spielt. Die irische Bearbeitung des antiken Dramas in der Regie von Matúš Bachynec, der ins Schauspiel des SND zurückkehrt, ist überraschenderweise sehr slowakisch.